Günstig starten: Kfz-Versicherung für Fahranfänger optimieren

Du hast endlich deinen Führerschein in der Tasche – herzlichen Glückwunsch! Doch was kommt jetzt? Genau, die erste eigene Kfz-Versicherung. Aber halt! Bevor du den erstbesten Vertrag unterschreibst, solltest du wissen, dass Fahranfänger oft höher eingestuft werden. Doch warum ist das so? Und vor allem: Wie kannst du trotzdem sparen?

Warum sind die Beiträge für Fahranfänger höher?

Die Antwort ist recht simpel: Unerfahrenheit. Statistiken zeigen, dass insbesondere Fahranfänger häufiger in Unfälle verwickelt sind. Das Risiko ist also höher – und damit auch der Versicherungsbeitrag. Versicherungen stützen ihre Prämienberechnungen auf statistische Daten. Da diese Daten zeigen, dass Fahranfänger ein höheres Unfallrisiko haben, werden sie im Umkehrschluss mit höheren Beiträgen belastet. Es handelt sich hierbei also um eine Risikoabschätzung der Versicherungsgesellschaften, um die erhöhten potenziellen Kosten, die durch Unfälle von Fahranfängern entstehen könnten, abzudecken.

Die Schadenfreiheitsklasse als Fahranfänger

Jeder Autofahrer wird in eine sogenannte Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) eingestuft. Je höher die Klasse, desto günstiger der Beitrag. Fahranfänger starten leider oft in der SF-Klasse 0. Das bedeutet: höhere Kosten. Doch es gibt bereits als Fahranfänger bestimmte Wege, wie man direkt zu Beginn in SF1/2 oder höher eingestuft wird.

Möglichkeiten zur Beitragsreduktion

Wir möchten dir im Folgenden mal ein paar Möglichkeiten vorstellen, wie du deine Prämie reduzieren kannst, obwohl du noch Fahranfänger bist.

1. Zweitwagenregelung:

Wenn du dein Auto über deine Eltern als Zweitwagen versicherst, ist dies oftmals deutlich günstiger. In diesem Fall wir das Auto meist in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft, was zu niedrigeren Prämien führt. Du kannst also erhebliche Einsparungen bei den Versicherungsprämien erzielen, insbesondere wenn der Hauptwagenfahrer eine gute Schadenfreiheitsklasse hat.

2. Telematik-Tarife:

Wenn du dich für einen solchen Telematik-Tarif entschiedest, bedeutet das für dich, dass dein Fahrverhalten durch eine Blackbox überwacht wird. Es werden Faktoren wie Geschwindigkeit, Bremsverhalten und Fahrzeiten erfasst. Sichereres Fahren führt hier also zu Prämienersparnissen.

3. Wahl der Selbstbeteiligung:

Die Selbstbeteiligung, auch als Selbstbehalt bekannt, bezeichnet den Betrag, den der Versicherungsnehmer im Schadensfall selbst tragen muss. Wenn also ein Schaden entsteht, wird dieser Betrag nicht von der Versicherung übernommen, sondern dieser muss vom Versicherungsnehmer selbst gezahlt werden. Alles, was über diesen Betrag hinausgeht, wird von der Versicherung getragen (bis zur vertraglich vereinbarten Höchstsumme).

Wenn du dich also für eine höhere Selbstbeteiligung entscheidest, heißt das für die Versicherung, dass sie im Schadensfall weniger zahlen muss. Damit verringert sich das Risiko für die Versicherung und Im Gegenzug wird der jährliche Beitrag für den Versicherungsnehmer reduziert, da er im Schadensfall einen größeren Anteil selbst trägt. Ganz simpel, oder?

4. Teilnahme am BF-17

Viele Versicherer bieten mittlerweile Rabatte für junge Fahrer an, die bereits mit 17 Jahren ihren Führerschein gemacht haben und begleitetes Fahren (BF-17) genutzt haben. Dies führt oft zu Einsparungen inn Bezug auf die Prämie, da diese Fahrer als weniger risikoreich eingestuft werden.

SF-Klasse übernehmen

Bei vielen Versicherern besteht mittlerweile die Möglichkeit, Schadenfreiheitsrabatte innerhalb der Familie zu übertragen. Das kann bedeuten, dass ein Fahranfänger den Rabatt eines Elternteils oder Großelternteils übernehmen kann, um so von niedrigeren Prämien zu profitieren.

1. SF-Klassen der Eltern nutzen:

Anstatt als Neuling in der Klasse 0 oder ½ zu starten, kannst du auch den Rabatt aus dem Zweitwagenvertrag der Eltern übernehmen. Voraussetzung dafür ist eine schriftliche Zustimmung des versicherten Elternteils. Dadurch kannst du direkt mit einem besseren Rabatt starten, selbst bei einem Versichererwechsel.

Beachte jedoch: Der Übertrag ist auf die Anzahl der Jahre begrenzt, die dem eigenen Führerscheinbesitz entsprechen. Es ist empfehlenswert, vorab die genauen Konditionen beim aktuellen Versicherer der Eltern zu prüfen.

2. Motorrad- und Roller-Rabatte nutzen:

Die gesammelten SF-Klassen aus Motorrad- oder Rollerversicherungen können auf eine Kfz-Versicherung übertragen werden. Wer beispielsweise früher einen Roller oder ein Motorrad versichert hatte, kann diese SF-Klassen für das Auto nutzen. Dies senkt den Beitragssatz für das Auto meist erheblich.

Beachte jedoch: Diese Regelung gilt nur für Roller über 50 ccm. Zudem variiert die Rabattstaffel zwischen Motorrädern und Autos, sodass ein genauer Vergleich wichtig ist.

Fahrzeugauswahl: Welches Auto für den Fahranfänger?

Ein teurer Sportwagen ist sicherlich der Traum vieler. Doch er ist in der Versicherung teuer. Überlege dir also gut, welches Auto es sein soll. Es gibt einige Dinge, die du bei deiner Fahrzeugauswahl beachten solltest.

1. Die Typklassen

Autoversicherer klassifizieren Fahrzeuge in verschiedene Typklassen. Diese Klassen geben Auskunft darüber, wie oft ein bestimmtes Fahrzeugmodell in Unfälle verwickelt war und wie hoch die durchschnittlichen Reparaturkosten sind. Fahrzeuge in höheren Typklassen haben tendenziell höhere Versicherungsprämien.

2. Die Tücken des „Fahranfänger-Autos“

Manche Modelle gelten als typische „Fahranfänger-Autos“. Obwohl sie oft günstig in der Anschaffung sind, können sie in der Versicherung teurer sein. Da viele Fahranfänger diese Modelle fahren und häufiger Unfälle verursachen, sind sie in höheren Typklassen eingeordnet. Recherchiere also im Internet nach der Typklasse deines zukünftigen Autos, um auf dieser Grundlage dir den Kauf vielleicht nochmal zweimal zu überlegen.

3. Sportwagen vs. Kompaktwagen

Während ein rasanter Sportwagen sicherlich verlockend ist, führen hohe PS-Zahlen und die damit verbundenen höheren Geschwindigkeiten zu einem erhöhten Unfallrisiko. Das Resultat: Höhere Versicherungsprämien. Kompaktwagen oder Kleinwagen mit moderaten Motorisierungen sind oft günstiger in der Versicherung, da sie in niedrigeren Typklassen eingeordnet sind.

4. Informiere dich vor dem Kauf

Bevor du dich für ein Modell entscheidest, solltest du die potenziellen Versicherungskosten überprüfen. Viele Versicherungsanbieter bieten Online-Rechner an, mit denen du die jährlichen Prämien für verschiedene Modelle vergleichen kannst. Damit vermeidest du versteckte Kostenfallen.

5. Überlege auch langfristig

Ein Auto ist eine Investition für mehrere Jahre. Überlege also auch, wie sich die Unterhaltungskosten über die Jahre entwickeln könnten. Modelle mit einem guten Ruf in puncto Zuverlässigkeit und Langlebigkeit können langfristig günstiger sein, auch wenn sie in der Anschaffung etwas teurer sind.

Vollkasko vs. Teilkasko

Die Frage, ob eine Vollkasko- oder Teilkaskoversicherung für dich passend ist, hängt stark vom Alter und Wert deines Autos ab. Frisch vom Händler lohnt sich für Neuwagen in der Regel eine Vollkaskoversicherung. Diese schützt dich nicht nur vor den gängigen Risiken wie Diebstahl oder Wetterschäden, die auch eine Teilkasko abdeckt, sondern auch vor Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch einen selbstverschuldeten Unfall oder Vandalismus entstehen. Bei älteren Fahrzeugen dagegen, bei denen der Wert bereits deutlich gesunken ist, kann eine Teilkasko oder gar nur eine Haftpflichtversicherung ausreichen. Hier solltest du genau abwägen, ob die höheren Beiträge einer Vollkasko im Verhältnis zum tatsächlichen Fahrzeugwert noch sinnvoll sind.

Rabattschutz für Fahranfänger: Ist das sinnvoll?

Ein weiterer interessanter Punkt, den Fahranfänger bei der Wahl ihrer Kfz-Versicherung beachten sollten, ist der sogenannte Rabattschutz. Mit ihm kannst du deinen Schadenfreiheitsrabatt auch nach einem Unfall bewahren. Klingt erstmal verlockend, aber ist das wirklich immer die beste Wahl für Einsteiger? In einem ausführlichen Beitrag haben wir alle Vor- und Nachteile des Rabattschutzes beleuchtet. Schau doch mal rein und finde heraus, ob er das Richtige für dich ist!

Fazit

Trotz anfänglicher hoher Beiträge für Fahranfänger gibt es Möglichkeiten, bei der Kfz-Versicherung zu sparen. Die Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen) bieten eine besondere Chance, die Kosten zu reduzieren, indem man schadenfreie Jahre aus Familienverträgen oder von anderen Fahrzeugen wie Motorrädern übernimmt. Dabei sollte man die eigenen Voraussetzungen und die Angebote verschiedener Versicherer genau prüfen. Mit Recherche und Flexibilität können Fahranfänger erhebliche Einsparungen bei ihrer Kfz-Versicherung erzielen. Es lohnt sich, Zeit und Mühe in dieses Thema zu investieren, um langfristig finanziell zu profitieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Warum sind Fahranfänger teurer in der Versicherung?

Fahranfänger haben weniger Fahrpraxis und sind statistisch gesehen häufiger in Unfälle verwickelt. Daher sind ihre Versicherungsbeiträge anfänglich höher.

Was ist die SF-Klasse?

Die SF-Klasse ist ein Rabattsystem, das deinen Versicherungsbeitrag maßgeblich beeinflusst. Je länger du unfallfrei fährst, desto besser wird deine Einstufung und desto niedriger wird dein Beitrag.

Wie kann ich die SF-Klasse meiner Eltern oder Verwandten nutzen?

Mit schriftlicher Zustimmung deiner Eltern oder Verwandten kannst du deren SF-Klasse übernehmen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nur so viele schadenfreie Jahre übertragen werden können, wie du deinen Führerschein besitzt.

Gibt es Einschränkungen bei der Übernahme der SF-Klasse?

Ja, es können nur so viele schadenfreie Jahre übertragen werden, wie du bereits den Führerschein besitzt. Außerdem sind einige Fahrzeugtypen, wie Kleinkrafträder bis 50 ccm, von der Übernahme ausgeschlossen.

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